Die Ernährung

Die Ernährung unserer Haustiere basiert auf einer großen Lüge, bei der eine heile

Welt vor suggeriert wird...

 

... kurz um, in den allermeisten Fällen ist nicht das Drin, was man sich vorstellt.

Die Deklaration des Futters grenzt nahezu an eine Kunstform, die der Verschleierung der Inhaltsstoffe dient. Ohne Namen zu nennen, stehen hier die namhaften und bekannten Futterhersteller oftmals an erster Stelle.

 

Das Trockenfutter

Es gibt zwei erwähnenswerte Herstellungsverfahren von Trockenfutter. Das extrudierte und das kaltgepresste Trockenfutter.

 

Extrudiertes Trockenfutter...

ist eine Form von Hundefutter, welches unter hohen Temperaturen (120°C) produziert wird.

Vorteil: Keime und Bakterien überleben dieses Verfahren nicht.

Nachteil: Neben den Bakterien und Keimen bleiben leider Vitamine, Fette und Nährstoffe nicht unversehrt. Dieser Verlust an wichtigen Stoffen wird häufig per nachträglichem Sprühverfahren ausgeglichen. Hierbei werden die Nährstoffe, Fette und Vitamine dem Futter wieder künstlich hinzugefügt.

 

Kaltgepresstes Trockenfutter...

wird im Vergleich mit niedrigeren Temperaturen hergestellt. Dadurch wird ermöglicht, dass Aminosäuren, Vitamine und Nährstoffe in ihrer natürlichen Form erhalten bleiben. So lösen sich die im Futter enthaltenen Proteine und Fette auch wirklich erst da auf, wo der Hund sie auch verdauen kann, nämlich im Dünndarm. Ein weiterer, ganz großer Vorteil ist, dass kaltgepresstes Trockenfutter nicht quillt und eine Verwertzeit hat, die rohem Fleisch sehr nahe kommt. Es zerfällt bereits im Magen und ermöglicht somit eine stressfreie Verdauung.

 

Die Verwertzeit von Futter, im Allgemeinen, sollte niedrig liegen... 

Kaltgepresstes Trockenfutter kommt der Verwertzeit von rohem Fleisch am nächsten. 

Trockenfutter aus dem extrudierten Herstellungsverfahren liegt in der Regel weit darüber, was dem Hundekörper auf längerer Sicht sehr anstrengt und Stress zufügt. 

Aus diesem Grunde bitten wir unsere Welpenbesitzer darum, nur kaltgepresstes Trockenfutter zu füttern... wenn nicht anders möglich.

 

Trotzdem ist zu sagen, dass Trockenfutter nur Vorteile für den Hundehalter hat und nicht für den Hund. 

 

Nun ist aber nicht jedes kaltgepresste Trockenfutter ein gutes Futter.

Um dies herauszufinden sollte man sich etwas mehr mit der Deklaration des Futters beschäftigen.

 

Es gibt drei verschiedene Arten der Deklaration von Hundefutter.

Die geschlossene, die halboffene und die offene Deklaration.

 

Geschlossene Deklaration

Hier wird die Zusammensetzung laut §13 Anlage 2b der Futtermittelverordnung lediglich nach Futtergruppen aufgeschlüsselt. Die Zutaten sind in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile aufgelistet. Es gibt keine Mengenangaben in Prozent.

Beispiel: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Getreide, Mineralstoffe, Öle und Fette...

Hier weiß kein Mensch was drin ist... Finger weg!!!

(Öle und Fette: können durchaus Abfälle aus aus der Lebensmittelindustrie sein, wie zum Beispiel altes Frittierfett. Getreide: Abfälle aus der Getreideverwertung, wie zum Beispiel Hülsen, Schalen oder Mehlabfälle)

 

Halboffene Deklaration

Die Prozentzahlen stehen in Klammern. Es befinden sich dann aber keine 50% Fleisch in der Tüte, sondern es wird lediglich angegeben, dass von dem betreffendem Fleisch (wenn es denn überhaupt welches ist) 50% enthalten ist. Beispiel: Rind (50%), Karotte (40%)

 

Genauer gesagt bedeutet es, dass vom gesamten Fleischanteil (wieviel das auch immer ist) 50% Rind beinhaltet...

... was ist mit dem Rest? Meistens nichts gutes, sonst würden sie es auflisten.

(Tierkadaver, Schlachtabfälle, Häute, Horn, Hufe, Federn... u. a. leckere Zutaten.

 

 

Offene Deklaration

Es muss jede Zutat einzeln aufgelistet sein und auch jeweils der enthaltene Prozentanteil dahinter stehen. Zusammengefasst müssen alle Zutaten 100% ergeben.

Beispiel: Rindfleisch 80%, Karotten 20%...

 

Oftmals wird mit hohen Fleischanteilen geworben. Aber Achtung, dass ist vielleicht die Angabe vor dem Trocknungsprozess. Fleisch hat einen hohen Anteil an Wasser.

Nach dem Trocknen sind es statt 70%, in Wirklichkeit keine 30 Prozent. In einem guten Futter wird z. B. 35% (nach Trocknung) beschrieben. 

Ein gutes Futter sollte zum Hauptteil aus Fleisch bestehen. Bei der Deklaration steht immer das Produkt mit der höchsten Prozentzahl am Anfang. Damit der Fleischanteil an erster Stelle steht, obwohl das Futter zu 80% aus Kohlehydrate oder Getreide besteht, werden diese Inhalte in mehrere Gruppen unterteilt. ... super Trick.

 

Ganz logisch... wenn was gutes drin ist, dann wird es beschrieben sein... wenn nichts gutes drin ist, wird es umschrieben... darauf solltet Ihr achten!

 

Dosenfutter

... auch gerne Nassfutter genannt. Dazu äußere ich mich nicht, da es für mich mit ganz wenigen Ausnahmen, die schlechteste Form der Fütterung darstellt.

 

Barf

Die wohl sinnvollste Art, einen Hund zu ernähren. Allerdings gehört etwas Kenntnis dazu.

Es gibt hunderte Bücher zu diesem Thema, meist etwas irreführend. Wird auch gerne etwas ausgeschlachtet und ist zu einer Art Modeerscheinung geworden. Viele Hersteller locken mit dem Namen Barf... doch beachte:

Barf kann niemals in einer Dose sein... Barf kann niemals etwas mit Trockenfutter zu tun haben... Trockenbarf???... gibt es nicht. Auch einfach nur Fleisch zu füttern hat mit diesem Thema nichts zu tun.

 

B.A.R.F. = Biologisch - Artgerechte - Rohe - Fütterung

B.A.R.F. ist die hohe Kunst der artgerechten Fütterung eines Hundes, alle Komponenten werden roh verarbeitet und angeboten.

Hier genauer ins Detail zu gehen würde den Rahmen sprengen, doch es sei dazu gesagt:

Von einer reinen Ernährung eines Welpen durch die B.A.R.F. Methode würde ich abraten.

Die Mengenangaben bei einem Welpen, aufgrund seiner Wachstumskurve, würden sich ständig verändern. Hier ist Kenntnis gefragt, trotzdem solltet Ihr es nicht außer Acht lassen. 

Wenn Ihr von 4 Mahlzeiten am Tag, eine Barf-Mahlzeit anbietet, würden auch gröbere Fehler verziehen werden. Für den Anfang würde es genügen, wenn Ihr ein paar Dinge beachtet. Ihr könnt Euch Schritt für Schritt in das Thema einarbeiten und ganz ohne Stress zu Profis werden. Es gibt jedenfalls keine Fütterungsart, bei der Ihr so individuell auf Euren Hund und dessen Befindlichkeit eingehen könnt, wie beim B.A.R.F.

Die Beschaffung von Rohmaterial kennt mittlerweile keine Grenzen und es gibt ganz bestimmt auch in Deiner Nähe, die Möglichkeit tiefgefroren einzukaufen... oftmals schon komplett 

zusammengestellte Menüs. Aber auch hier wird teilweise schon Schindluder betrieben.

 

Pansen:

nur mit Biozertifikat! 

Der Pansen besteht hauptsächlich aus Bindegewebe, eher schwerverdaulich und als solches eher uninteressant. Hier zählt der Inhalt... Durch den vor verdauten Inhalt des Pansens sind die vergorenen Gräser und Kräuter, und mit ihnen die dabei entstandenen Bakterienkulturen, für die Verdauung unserer Hunde von erheblicher Wichtigkeit.

Es macht also keinen Sinn, Pansen aus Massentierhaltung zu Füttern, dessen Inhalt aus Sojamehl oder sonstigen industriellen Produkten besteht.

 

Schlundfleisch:

Deckt den Bereich um den Kehlkopf, mit Speiseröhre und Luftröhre ab. In dieser Gegend befindet sich die Schilddrüse und das Schilddrüsengewebe. Dies ist der Speicherort für Krankheiten und Arzneimittelgaben.

Darauf sollte verzichtet werden...

 

Tierische Nebenerzeugnisse oder Nebenprodukte:

Können existenzielle Innereien, wie Milz, Niere, Leber, Lunge beinhalten. Sollten aber einzeln, mit % Angabe beschrieben sein. Wenn nicht, könnte das alles Mögliche sein... in der Regel nichts Gutes. Auch hier gilt: genau lesen, was hinten drauf steht.

 

Beim Barfen wird gerechnet... Milligramm... Mikrogramm... 

Ich halte das für übertrieben, denn in der Natur wird kein Wildtier jeden Tag das bekommen, was alles abdeckt... ganz im Gegenteil.

Wir Menschen sind in der Regel auch ganz weit davon entfernt. Die Abwechslung macht´s!

Für den Gemüse und Obstanteil nehmt Ihr einfach das, was da ist, oder was saisonal erwerbbar ist. Die Widerstandsfähigkeit eines Organismus erreichen wir nicht, wenn wir in den Microgrammbereich gehen. Der Körper muss lernen, Sachen einzulagern und genauso aber auch abzubauen. 

 

Knochen

(RFK = Rohfleischknochen)

 

RFK sollten aus etwa 50% reinem Muskelfleisch und 50% reinem Knochen bestehen.

Sie weisen einen hohen Anteil an Calcium auf. Aus diesem Grund werden sie in der B.A.R.F.-Fütterung vor allem für die Versorgung von Calcium integriert. Die weiter enthaltenen Mineralstoffe in Knochen sind allerdings auch nicht zu vergessen. Knochen enthalten neben Calcium viel Phosphor, Magnesium, Zink und Kalium, so dass man sie als wahre Mineralstoffbomben bezeichnen kann. Knochen werden aufgrund ihrer Mineralisierung und Härte in zwei Gruppen geteilt... harte und weiche Knochen. Harte Knochen stammen von größeren Tieren ab. Je großer das Tier, um so härter können die Knochen sein. Somit erschließt sich, dass weichere Knochen von kleineren Tieren stammen. Zu diesen gehören vor allem die Geflügelknochen. Bei einer Umstellung auf die B.A.R.F.-Fütterung sollte zu beginn mit weichen Knochen angefangen werden, z.B. Hühnerhälse. 

Es kann sonst gerne mal zu Verdauungsproblemen kommen.

 

Des Weiteren haben RFK den positiven Effekt, dass sie das Gebiss stärken und die Zähne reinigen. Durch das Kauen wird die Verdauung angeregt. 

 

Knochen werden ausschließlich roh angeboten!!!

Sie dürfen niemals gekocht, erwärmt, gegrillt, gebraten gebacken, oder anderweitig erhitzt gereicht werden. Durch den Garungsprozess verändert sich die Beschaffenheit des Knochens. Er wird spröde und kann beim Verzehr splittern. Die Knochenfütterung verbirgt immer ein gewisses Risiko.

So ist es empfehlenswert bei der Knochenfütterung anwesend zu sein. 

Bitte bedenke, dass Welpen anfangs noch keine Knochen essen dürfen...

es fehlen ihnen die dafür benötigten Magensäfte.

Genauso machen sie sich ihre Milchzähne kaputt. Es könnten feine Haarrisse im Kiefer entstehen. Ihr könnt den Calciumgehalt durch Eierschalenmehl auf ein höheres Niveau bringen.


Basis für unsere Barf-Mahlzeiten sind immer getrocknete Kräuter, als Mischung... selbstverständlich können diese mit Kenntnis, auch frisch sein.

Es gibt viele Kräuter und Gräser, die ein Darm-Milieu erschaffen, welches für eine Wurmansiedlung uninteressant erscheint.

Um einem Jodmangel zu umgehen, Füttern wir einmal in der Woche einen Salzwasserfisch. Sollte das generell nicht möglich sein, kann mit Meeresalgen oder Jodsalz Abhilfe geleistet werden. Das ist aber bei drei Anteilen Trockenfutter und einem Anteil Barf, als Tagesration, nicht unbedingt nötig. Ansonsten muss bei der Dosierung etwas Sachverstand vorhanden sein.

Generell haben wir uns auf drei Fleischsorten + Fisch festgelegt. Ein Anteil an Gemüse sollte in jeder B.A.R.F Ration enthalten sein. Verarbeitet einfach, was Ihr Zuhause habt, oder was saisonal erwerbbar ist. Karotten sollten eigentlich immer Bestandteil sein.

Des Weiteren wahlweise oder in Kombination: Petersilienwurzel, Pastinaken, Fenchel, Rote Beete, Kurkuma, Spinat...

 

Der Obstanteil sollte anfangs noch etwas vernachlässigt werden. Zu viel Fruchtzucker kann Durchfall auslösen. Anfangs vielleicht ein Stück Banane... ansonsten, gilt wie beim Gemüse auch... was gerade im Haus ist, oder saisonal erwerbbar.

 

Aber Achtung: Nicht alle Lebensmittel sind gut für den Hund, oder sogar giftig.

 

Alkohol, Avocados, Knoblauch, Zwiebeln, Nachtschattengewächse (rohe Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Paprika), Obstkerne, rohe Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Erbsen), Rosinen, Trauben, Schokolade,

rohes Schweinefleisch ( Aujeszky-Virus), Kakao, Süßigkeiten, gekochte/angebratene Knochen, Lactose...