Die Sozialisierungsphase

Die Sozialisierungsphase ermöglicht einen stressfreien Alltag für Hund und Halter und formt den Charakter des Hundes. Jeder Hund ängstigt sich von Natur aus vor allem Unbekannten.

Ziel der Sozialisierung beim Welpen ist es, den Hund zu desensibilisieren und an so viele alltägliche Reize wie möglich zu gewöhnen. Der Welpe erlernt in dieser Phase, wie er sich im Rudel einzuordnen hat und welche Gefahren es in seiner Umwelt gibt.

 

Die Sozialisierungsphase prägt das Verhalten des Hundes in verschiedenen Lebensbereichen:

 

Gewöhnung an das neue Rudel

Bevor es mit der Welpenerziehung losgehen kann, muss die Beziehung zwischen Euch und Eurem Welpen gefestigt sein. Das Wichtigste ist, dass Dein Hund Dir vertraut.

Außerdem müssen Hund und Halter lernen, miteinander zu kommunizieren und die Körpersprache des anderen richtig zu interpretieren. In der Sozialisierungsphase lernt Dein Welpe außerdem, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Familienmitglieder, Besucher und andere Haustiere im Haushalt zeigen dem Hund seine Handlungsspielräume auf.

 

Gewöhnung an andere Menschen

Ein gut sozialisierter Hund ist freundlich aber nicht aufdringlich anderen gegenüber und kann Gäste von Eindringlingen unterscheiden. Auf der Straße werden Deinem Hund viele verschiedene Menschen auf unterschiedliche Weise begegnen.

Welpen sollten in der Sozialisierungsphase lernen, dass Menschen außerhalb des Rudels keine Bedrohung darstellen.

Gleichzeitig müssen junge Welpen ihre Grenzen kennenlernen und sollten nicht in jedem Passanten einen Spielgefährten, oder eine Futterquelle sehen.

 

Gewöhnung an andere Tiere

Welpen wissen nicht instinktiv, wie sie mit anderen Hunden kommunizieren können, sondern müssen eine Art Sprache erlernen wie Kinder. Ein gut sozialisierter Hund geht freundlich auf andere zu und weiß wie er mit verängstigten, aggressiven und übermütigen Artgenossen umgehen muss. Auch andere Tiere sollten Deinen Hund nicht in Aufruhr versetzen.

Dem wirkt der etwas später einsetzende Jagdtrieb eventuell leicht entgegen. Dieser kann mit konsequentem Training und einer guten Sozialisierung aber unter Kontrolle gehalten werden.

Welpen, denen beigebracht wird, ihre Artgenossen komplett zu ignorieren, können Verhaltensstörungen und Depressionen entwickeln. Soziale Kontakte unter Artgenossen sind nur natürlich und sollte keinem Hund vorenthalten werden.

 

Gewöhnung an Orte und äußere Reize

Baustellen Supermärkte und der allgemeine Straßenverkehr lenken gut sozialisierte Hunde nur selten ab und sind kein Grund zur Beunruhigung. Welpen sollten sich an verschiedene Umgebungen anpassen können und lernen, was für ein Verhalten sie an unterschiedlichen Orten an den Tag legen sollen. So kann der Hund sich später besser an fremde Umgebungen gewöhnen und kann angstfrei mit zu Freunden, in den Urlaub, oder sogar zum Tierarzt gehen.

 

Alleine bleiben

Auch wenn unsere Welpen schon größer und schwerer sind, als manch anderer ausgewachsene Hund, sind sie immer noch Babys.

Deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit, die Kleinen in den ersten Wochen nicht alleine zu lassen. Dies kann Verhaltensstörungen und Verlustängste auslösen.

In einem Wolfsrudel wird die Nachkommenschaft das erste Jahr komplett betreut.

Einer ist immer da, der aufpasst...

Das ist in unseren Fällen häufig so nicht möglich, doch sollte der Hund langsam und vorsichtig darauf vorbereitet werden. Aus diesem Grund war unsere Frage immer, ab wann und wie lange der Welpe allein sein muss. Wie bereite ich einen Hund darauf vor, alleine zu bleiben?

Geht mehrmals täglich für kurze Zeit aus dem Haus. Bleibt am besten in Hörweite für ein bis fünf Minuten am Haus. Fängt der Hund zu heulen an, bzw. beruhigt sich nicht verringert den Zeitabstand. Wenn Ihr wieder ins Haus geht, dann macht keinen großen Wirbel drum, denn schließlich soll ja was normales daraus werden. Der Hund merkt, dass Ihr jedes Mal wieder kommt. Nun könnt Ihr die Zeitabstände langsam erhöhen.

Ein Hund sollte generell nicht länger als 4h alleine sein. Für ein Rudeltier ist das "alleine sein" die größte Strafe.

 In der Übungsphase macht es Sinn, das Haus mehrmals am Tag zu verlassen. Dabei sollte die Dauer, in denen Euer Hund alleine ist unterschiedlich sein. Das Verlassen des Hauses sollte nicht angekündigt werden.

Interessant ist auch, eine Kamera aufzustellen... Alleinsein kann Stress auslösen.

So könnte man rauskriegen, ob der Hund aufgeregt hin und her läuft,  jault, oder ob er entspannt ist und sich hinlegt. 

In den ersten beiden Fällen wäre die Dauer des Alleinseins zu lange gewesen...